Frag den Hasen

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Wie stehst du zu dem sehr ambitionierten Vorhaben einiger Automobilhersteller, in wenigen Jahren das Aus für ihre angebotenen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor durchzusetzen?
Ich kann verstehen, dass sie das machen, weil man so läuten hört, dass die EU Verbrenner bis 2030 oder so verbieten will. Insofern reagieren sie da auf politischen Druck.
Vernünftig finde ich das allerdings nicht. Große Teile der restlichen Welt werden immer noch Autos mit Verbrennungsmotor haben wollen, das überlässt man dann wohl den Chinesen oder Amerikanern (oder baut mit eigenen Konzerntöchtern trotzdem für diese Märkte weiter Verbrenner, was dann natürlich die Flanke offenlässt für Kampagnen, die einen als Heuchler darstellen). Dann gibt's immer noch die altbekannten Probleme mit E-Fahrzeugen. Benzin oder Diesel sind sehr energiedicht, Akkus eher nicht, die Herstellung der Akkus ist aufwendig, sie sind nicht so extrem langlebig, der Strom kommt zum normalen Strombedarf hinzu (nicht gerade eine Kleinigkeit, wenn man gleichzeitig Kohle- und Atomstrom weghaben will), die Reichweitenangst ist wohl nicht nur ein theoretischer Faktor, und generell sehe ich gerade bei Nutzfahrzeugen nicht, dass E-Mobilität da industriereif ist. Wer ordentliche Nutzlastkapazität haben will, kann nicht X Tonnen an Akkus mitschleppen, nur um auf die nötige Reichweite zu kommen, um Europa zu durchqueren.
Ich bin also skeptisch, was den Erfolg auf so kurze Sicht angeht. Vermutlich werden die Preise für gute gebrauchte Autos mit Verbrennungsmotor steigen, sobald so ein Verbrennungsverbot für Neuwagen kommt.
#44647
I feel you, Bro, im Dezember kommt meine Tochter zur Welt :ko:

Naja, sehen wir's positiv, aus einem Onenightstand und defektem Präservativ ist eine schwangerschaftsinduziert eine Beziehung geworden und mittlerweile kann/darf ich sagen, dass ich nicht nur wegen dem Kind mit ihr zusammen bin. :) :bunnyhop: Ich freue mich schon auf meine kleine Informatikerin :)
Herzlichen Glückwunsch!
Ich hoffe, es ist für dich auch okay, wenn es keine kleine Informatikerin wird.
#44647
Aufgabe des Vaters ist es, das Kind aufs Leben vorzubereiten. Also nicht nur in Watte packen sondern überall mit hin nehmen und zusammen Dinge reparieren, oder in den Baumarkt fahren oder was auch immer man zu tun hat und dem Kind stets das Gefühl geben, dass es geschätzt wird und wertvoll ist. Übertrage ihm Verantwortung, unterhaltet euch viel. Es muss nicht spanisch lernen, es muss in der Lage sein sich Lösungswege für eine komplexere Welt als wir sie heute kennen, selbst zu erarbeiten.
Guter Rat. :daumenhoch:
#44644
Multimediaxis ist noch einigermaßen aktiv, aber auch bei weitem nicht mehr so wie früher. Ich denke, dass Foren als Nische für bestimmte Sachen (z.B. Vereinskommunikation) immer noch ihre Berechtigung haben, aber als Kommunikationsplattform für die Breite von Social-Media-Plattformen und Discord abgelöst wurden.

Würdest du einen KW-Discord in Betracht ziehen?
Das wäre mir zu getrennt von der eigentlichen Seite. Es hat mich früher bei den KW-Foren immer gestört, dass die im Prinzip so isoliert vom Rest der Seite waren, mit eigenen Mitgliedskonten usw. Wenn ich wieder ein Diskussionsforum mache, dann am liebsten eins, das voll integriert ist.
Mit Discord habe ich nicht so viel Erfahrung, ich lauere zwar gelegentlich in ein, zwei Discords, aber hab tatsächlich nur gelesen, nie was geschrieben.
Kannst du erklären, was es mit der "Critical Race Theory" auf sich hat, über die zurzeit so viel Kontroverses zu lesen ist?
Ich versuche es, allerdings ist die CRT eher schwammig definiert, wobei ich durchaus Absicht unterstelle, weil es das einfacher für die Vertreter macht, bei wenig schmeichelhaften Erklärungen der CRT lautstark zu lamentieren, dass dieser Aspekt ja gar nicht stimmen würde, weil Vordenker X das nicht genannt hat (wobei man dann unter den Tisch fallen lässt, dass der ebenso einflussreiche Vordenker Y das sehr wohl vertrat), und somit die ganze Argumentation gegen die CRT fehlerhaft wäre.
Die CRT beruht grob auf folgenden Punkten.
1. Der Mensch ist untrennbar mit seiner Rassenzugehörigkeit verbunden. Seine Gruppenzugehörigkeit ist wichtiger als seine individuellen Erfahrungen.
2. Jegliches Zusammenleben zwischen Mitgliedern verschiedener Rassen ist ein Ausdruck von Macht- und Unterdrückungsrelationen. Das heißt im Zusammenhang mit 1.: Jeder ist entweder Unterdrücker oder Unterdrückter.
3. Weiße sind prinzipiell Unterdrücker und können sich durch individuelles Verhalten oder Denken nicht davon befreien. Da sie in dem System leben und die Privilegien des Weiß-Seins genießen (und auch nicht ablegen können), sind sie zwingend mitschuldig daran, dass die "White Supremacy" fortlebt.
4. Individuelle Erlebnisse von Weißen, die auf Nichtprivilegiertheit schließen lassen (Obdachlosigkeit o.ä.), sind zwar echt in dem Sinne, dass die Betroffenen diese Nachteile fühlen, aber nicht wahr, weil sie die gesellschaftlichen Machtverhältnisse nicht berücksichtigen.
5. Da die Weißen dominieren, definieren sie auch viele Begriffe (wie etwa "gesunder Menschenverstand" oder "Logik"), aber auch Gesetze, was wiederum bedeutet, dass es rassistisch ist, diese Maßstäbe auf Mitglieder unterdrückter Rassen anzuwenden und sie danach zu bewerten.
6. Das oberste Ziel sollte sein, die marginalisierten Gruppen von der Unterdrückung zu befreien.
7. "Objektivität" ist nur ein Mittel der herrschenden Gruppe, die anderen zu unterdrücken. Erlebte Erfahrungen der unterdrückten Gruppen sollten maßgeblich sein.
8. Wer zu verschiedenen marginalisierten Gruppen gehört, ist ganz besonders unterdrückt, seine Erfahrungen können nicht von Mitgliedern nachempfunden werden, die nur einer (oder keiner) der marginalisierten Gruppen angehören. Eine schwarze alleinerziehende Mutter sollte also mehr Gehör finden als eine schwarze Frau ohne Kinder oder eine weiße Alleinerziehende.
#44640

Es kann schon Grooming sein, was aber nicht vom Empfänger selbst kommen muss. Reicht schon, wenn man den Mädchen einpflanzt, sie hätten sonst nicht viel zu bieten und Männer wären eh nur daran interessiert. Ich finde, das ist auch eine Art von (kulturellem) Grooming. Allein, dass wir so tun, als ob es ganz normal ist, dass Männer jeglichen Alters auf Teenies abfahren.
Aber das ist normal und auch nichts Neues. Was reine körperliche Attraktivität angeht, bewerten Männer im Durchschnitt Frauen um die 20 am höchsten, das ändert sich nicht. (Heißt nicht, dass sie längere Beziehungen mit 20-Jährigen haben wollen, da spielt dann natürlich noch mehr rein.) Das hat schon seinen Grund, wieso Herrscher mit Harem dort meist die Frauen rausgeworfen haben, sobald sie 30 wurden, und wieso Männerzeitschriften und Pornos am erfolgreichsten sind, die junge Frauen zeigen. :schulterzuck:
Bei Frauen ist das anders, die stehen im Durchschnitt auf etwas ältere Männer, bis sie etwa 40 sind, danach stehen sie eher auf etwas jüngere Männer.
Ich bin auch skeptisch, was das "man pflanzt Mädchen ein, sie hätten sonst nicht viel zu bieten" angeht. Sexuelle Anziehung geht halt zuerst von Äußerlichkeit aus, und wenn man seine Wirkung aufs andere Geschlecht testen will, ist vollkommen klar, dass man nicht mit seiner tiefgründigen Persönlichkeit oder überragendem Intellekt arbeitet, denn damit lockt man niemanden, weil das eh keiner sieht und nicht neugierig macht. Deswegen werden diese Misswahlen auch nicht funktionieren, wenn sie statt Attraktivität "innere Werte" betonen.
Anders gesagt: Wenn du wissen willst, was Leute von deiner Kochkunst halten, musst du ihnen einen Appetithappen geben, anstatt darauf zu bauen, dass die dich für einen guten Koch halten, weil du innerlich so ein dufter Typ bist.
Oh Klopfer, ich werde Vater
Gerade frisch erfahren. Ich bin in Panik!
Kannst du mich irgendwie beruhigen? :D
Herzlichen Glückwunsch! :D
Und keine Bange, ihr kriegt das sicher gut hin, wie die meisten anderen Eltern auch. Beim ersten Kind schiebt man gern noch total Panik und läuft Gefahr, sämtliche auf der Welt kursierenden Ratschläge zu Elternschaft umsetzen zu wollen, aber im Endeffekt reicht gesunder Menschenverstand aus. Ihr packt das, da bin ich sicher. :daumenhoch:
#44642
Genau der Punkt, dass wir uns gegen die Zensurpläne gegen die konservativen gewehrt haben und, dass das jetzt genau von anderer Seite kommt finde ich so schockierend. Ich verstehe einfach nicht wie man Zensur für den guten Zweck nutzen können soll. Letzten Endes ist Zensur ja immer willkürlich. Ich finde das eher beängstigend als hilfreich.
Ja, da hat man sehr das Gefühl, dass viele Leute früher nicht die Zensur an sich störte, sondern dass es nicht "ihre" Seite war, die bestimmte, was verboten sein sollte (auch wenn man im Endeffekt dasselbe verbieten möchte). Ist mir ehrlich gesagt auch schleierhaft, wo man diese Selbstsicherheit herhaben kann, dass die eigene Seite da nie übers Ziel hinausschießen würde. (Wobei man inzwischen sagen muss, dass selbst das Ziel bei der heutigen Wokeness sehr unheimlich ist.)
Kommt ein Forum irgendwann wieder oder ist das dir Zuviel Arbeit?
Ich hatte mal angefangen, wieder extra eins zu programmieren (damit es richtig in die Seite eingebunden ist, die Mitgliedskonten von KW benutzt usw.), aber ich hab den Eindruck gewonnen, dass Foren irgendwie gar nicht mehr gefragt sind. :kratz: Mal abgesehen von solchen Sachen wie Boerse, gibt's noch wirklich aktive Foren?
#44642
"Und die Mädels sollen sich wieder mehr ausziehen!"

Tun sie doch. Aber dank Onlyfans und dem Trend, der da losgetreten wurde, tun es 99% nicht mehr umsonst. Warum für Aufmerksamkeit ausziehen, wenn dutzende Media-Outlets suggerieren, dass das zu schnellem Wohstand führt? (Was es für die allerwenigsten tut)
OF hat das "Whore" in "Camwhore" wortwörtlich werden lassen und dabei gleich einen Weg gefunden, der Zuhälter zu werden.
Und wer nicht sein Poloch für die ganze Welt und den gewöhnlichen Pöbel zur Schau stellen will, kann sich als Insta-Thot versuchen um sich dann später für Geld von reichen Saudis in's Gesicht kacken lassen.

Paradoxerweise war das "Wildwest"-Internet in der Hinsicht irgendwie harmloser für junge Frauen.
Für Geld ist es irgendwie nicht dasselbe. :schluchz: Ist halt schon irgendwie geiler, wenn die Mädchen es für Aufmerksamkeit tun und nicht für den schnöden Mammon. :ach:
Ich will die OF-Frauen gar nicht irgendwie angreifen. Wenn ich weiblich und einigermaßen geil aussehen würde, würde ich vielleicht auch versuchen, damit leicht Geld zu verdienen, selbst wenn nur ein paar Kröten dabei rauskommen.
#44641
Ich finde das auch nicht überraschend. Wenn ich an die Zeit zurückdenke, so vor 20 Jahren, das Internet war noch lange nicht so wie es heute ist. Ich würde sagen, es war annonymer und freier. Es gab noch kein social media und den ganzen Krams, wenn Du Bilder von Dir rausgehauen hast, gingst Du nicht davon aus, dass die sofort mit deinem Namen oder Wohnort in Verbindung gebrahctb werden, dass irgendjemand weiß wer Du bist und vor allem, das postet und groß öffentlicht macht, so dass es alle mitbekommen. Ich hatte mich Anfang der 2000er in Chatrooms rumgetrieben, ewig primitiv, wenn man sieht was heute geht, hatte aber auch darüber ein paar Bekanntschaften geschlossen, teils mit realen Treffen und teils dann auch mit Sex. Heute würde man sagen, war ziemlich naiv und vielleicht gefährlich, aber wir haben uns aus freien Stücken getroffen. Und es war irgendwie nett, mal Leute zu treffen, nicht aus Deiner Klasse, die schon ne Meinung von Dir haben usw.

Klopfer, was würdest Du sagen? Ist das Internet in den letzten 20 Jahren besser geworden oder schlechter?
Ich denke, es trifft beides zu. Es ist sowohl schlechter als auch besser geworden.
Am Anfang war noch eine Art Wildwestatmosphäre, man hatte deutlich mehr Freiheiten, konnte sich gut ausprobieren und auch ein Publikum finden, ohne sich den Vorstellungen anderer zu beugen. Es war die Zeit der persönlichen Websites, frühe Blogs, Diskussionsforen und auch die frühen Imageboards. Schon einige Jahre später band man sich an große Anbieter, von denen man nicht mehr so leicht wegkam und sich deswegen deren Regeln unterwerfen musste, und dabei ist es bis heute geblieben, auch wenn sich die Plattformen ändern. (Jetzt fängt ja auch Instagram an, out zu werden.) Und die Plattformen selber wurden auch strenger.
Natürlich war es nötig, dass sich das Internet ein Stück weit professionalisiert. Viele Sachen sind nicht mehr zu bewältigen, ohne dass da jemand erst mal viel Geld in die Hand nimmt, und das ist eher wenig wahrscheinlich, wenn das Medium insgesamt als Schmuddelecke gilt und nicht als guter Ort, um da auch Geld zu verdienen. (Versuch z.B. mal als kleiner Indie wirksam Spambots einzuschränken, ohne etwas zu benutzen, für das eine große Firma wie etwa Google verantwortlich war.) Das ist ein Teil, den ich durchaus begrüße.
Was mir aber fehlt, sind die Orte, an denen man wie früher mal die Sau rauslassen konnte, ohne Angst vor Konsequenzen haben zu müssen. moot (Gründer von 4chan) hatte vor langer Zeit mal gemeint, 4chan wäre eine Art Gegenpol zu Facebook, weil die Leute auch was brauchen, wo sie anonym und roh sein können, um das rauszulassen, was ihnen auf der Seele brennt. Ich denke, das ist durchaus wichtig. Und als jemand, der wenige Monate nach dem Start von 4chan auf die Seite kam und die Entwicklung über längere Zeit mitverfolgt hat, kann ich auch sagen, dass der Nutzen weitaus höher ist, als einfach nur ein Ventil zu sein. (Wobei das mit dem Ventil auch wichtig ist. Auch bei furchtbaren Dingen - da kann Humor (selbst wenn er eigentlich unangemessen wäre) eine Strategie sein, um den Stress zu bewältigen.)
4chan schien für Uneingeweihte sehr grob, fast menschenverachtend. Aber gleichzeitig akzeptierte man sich gegenseitig. Es waren z.B. auch sehr viele Mädchen auf der Seite, und das, obwohl "girl" zu "cumdumpster" gefiltert wurde. (Taylor Swift war z.B. auch ein /b/-tard.) Im Endeffekt wusste man: Keiner dort hat irgendeinen Anspruch darauf, moralisch über anderen zu stehen, und das machte alle auf eine erfrischende Weise gleich. Das sorgte aber auch für gute Diskussionen. Politisch schätze ich, dass zu der Zeit die knappe Mehrzahl der User dort eher links von der Mitte waren, obwohl alle ganz viele rassistische und sexistische Witze gemacht haben. Aber weil keiner dort sich für einen Heiligen halten konnte, waren Unterhaltungen auf der Seite sehr fruchtbar, weil jeder mit Argumenten (oder wenigstens einem blöden Meme) kommen musste. Viele der interessantesten Diskussionen, die ich im Internet gelesen habe, fanden auf 4chan statt, weil dort Leute aus den verschiedensten Richtungen ihre Standpunkte dargelegt haben und auf die Standpunkte der anderen reagiert haben. Und am Ende haben sich die Leute nicht weniger respektiert als vorher, eher sogar mehr, weil man einsehen musste, dass die andere Seite eben nicht nur ein Zerrbild war, das aus purer Lust am Unglück anderer alles Schlechte in sich vereinte. (Das berüchtigte /pol/ gab's damals gar nicht, das wurde erst 2011 eingerichtet, da war 4chan schon nur noch ein Schatten seiner selbst.) Auch gewisse Insiderinformationen wurden dank der Anonymität für normale Menschen erreichbar. Bei 4chan konnte man erfahren, wie gut und schlecht es an amerikanischen Schulen lief. Bei 4chan erzählten Entwicklungshelfer ein ungeschöntes Bild ihrer Erfahrungen. Bei 4chan konnte man nachlesen, wieso die angeblich milliardenschwere Kinderpornoindustrie, die so gerne als Schreckgespenst von Politikern gezeichnet wird, um härtere Gesetze durchzudrücken, gar keine ist. Man konnte Fragen stellen, man konnte das Gesagte verurteilen, man konnte alles tun - außer demjenigen einen Maulkorb zu verpassen, weil einem nicht in den Kram passte, was er sagte.
Und dann kam die Wokeness. Worte sind ganz dolle Gewalt, wer mal was politisch Unkorrektes sagt, ist ein schlechter Mensch, 4chan ist sowieso ganz übel und mit den Schmuddelkindern von der anderen Seite redet man erst recht nicht. Krasse Witze gehen natürlich gar nicht, da könnte sich ein Opfer diskriminiert fühlen. Die Folge: Die Linken haben sich zum Großteil verpisst oder halten die Fresse, die Rechten wurden mehr, und es vermehrten sich dann auch die wirklich Rechtsextremen dort. Ein Gegenhalten fand dann gar nicht mehr statt. Resultat: Die Rechten können ihre Standpunkte darlegen und die Unentschlossenen, die sich dahin verirren, eher auf ihre Seite ziehen. Die Linken können nicht mehr memen und sind auch gar nicht mehr gewohnt, ihre Position verteidigen zu müssen, weil sie sich auf die stark regulierten Bereiche (oder ihre eigenen linken Plattformen) zurückgezogen haben, wo man einfach mal jemanden sperren lassen kann, wenn der was Schlimmes sagt. Nice job breaking it.
Natürlich war auch nicht alles super mit der Offenheit, aber ich glaube, man hat negative Auswirkungen auch aufgebauscht (und die Schwelle reduziert, ab der was als schlimm gilt). Und ich denke nicht, dass die Ankündigung von Amokläufen, die gelegentlich mal passierte, ein Hinweis darauf ist, dass diese Amokläufe erst wegen 4chan passieren würden. Auf der anderen Seite hat man vergessen, dass 4chan sich auch für Schwächere stark gemacht hat. Karten und Besuche für einsame Veteranen im Altersheim, Tierquäler identifizieren und melden, Scientology das Leben schwermachen und so weiter...
Was das Nackigmachen im Netz angeht, natürlich muss man da aufpassen wegen Doxxing (obwohl das bei 4chan z.B. meist eher bei Mädels passiert ist, die sich nicht auf 4chan direkt nackig gemacht haben) und Stalking, aber ich glaube, die Gesellschaft tut den Menschen auch keinen Gefallen dabei, wenn sie da überreagiert, weil das natürlich das Gefühl verstärkt: "Ups, ich habe Schande über mich gebracht und alle anderen verurteilen mich dafür." Da wäre es vermutlich für die Psyche der Mädchen, die das bereuen, am Ende besser, wenn alle anderen kollektiv mit den Schultern zuckten und eher diejenigen, die sie dafür verurteilen, in die Schranken weisen. Damit würden nämlich auch Erpressungsversuche ins Leere laufen. Im Endeffekt ist das Netz eben doch noch der sicherere Weg, seinen neuen Sex-Appeal auszutesten, als das irgendwo von Angesicht zu Angesicht zu tun.
Ich vermisse die Unbeschwertheit von damals schon sehr und hoffe, dass zumindest die Atmosphäre wieder lockerer wird und man nicht jedes Wort auf die Goldwaage legt. (Und die Mädels sollen sich wieder mehr ausziehen! :zugabe: ) Die Anarchie von früher kommt wohl nicht wieder zurück, und die Regulierungswut der Regierungen wird da auch noch lange nicht eingedämmt sein. (Was haben wir uns früher dagegen gewehrt, dass die Konservativen uns zensieren. Und jetzt kommt von links derselbe Scheißdreck mit emotionalerer Begründung.)
#44640
Ist dir nie der Gedanke gekommen, dass diese Chats gar nicht real sind, d.h. irgendein 40jähriger arbeitsloser pickliger dicker Idiot wollte testen, ob du pädophil bist? Wärst du drauf eingestiegen, hättest du keine 12-jährige getroffen. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass 12-jährige Mädels schon so drauf sind.
Ich hatte mal meine Telefonnummer gepostet, und ein paar der Mädchen, die mir später Bilder schickten, haben mich dann auch angerufen (obwohl ich Telefonieren gar nicht mag, war eigentlich nur für SMS für Treffen auf Cons gedacht). Daher weiß ich also, dass die echt waren.
Ich weiß auch gar nicht, was daran so schwer zu glauben ist. Das ist halt ein Alter, in dem die Geschlechtsreife einsetzt, die Hormone rauschen durch den Körper, und da probiert man schon mal aus, wie man seinen Sex-Appeal einsetzen kann. Ich kenn auch mehrere Frauen, die mit 12 entjungfert wurden, und das aus freien Stücken. (Allerdings nicht von mir, ich hab die alle erst als Volljährige kennengelernt.) Und wer vor 15 Jahren auf 4chan unterwegs war, der weiß auch noch, wie viele junge Mädels sich da entweder direkt auf der Seite oder auf Videoseiten wie Stickam nackig gemacht haben, inklusive Zeitstempel-Zetteln in der Hand, um die Echtheit zu bestätigen.
#44636
Warte, was?!
Es kam ganz früher gelegentlich mal vor, dass mir minderjährige Mädels unaufgefordert Fotos von ihren Brüsten geschickt haben, aber so was habe ich nie behalten, das war mir zu heikel. (Hatte so was ja auch schon in einer alten Kolumne erwähnt.)
Aber das ist eben auch ein Grund, wieso ich bezweifle, dass junge Menschen solche Fotos immer nur wegen gezieltem "Grooming" oder Erpressungen verschicken würden. Die kommen da oft schon von ganz allein auf die Idee, weil sie merken, dass man so Aufmerksamkeit kriegen kann.
Wie viele ist von der alten Klopfer's Forum Gang geblieben? :)
Es gibt kein Forum mehr, daher habe ich da keinen Überblick, wie viele der alten Mitglieder hier noch mitlesen. Vermutlich nicht mehr so viele.
#44637
Ich würde gar nicht merken, dass ich diese Superkraft habe. Höhö.
Oder du kommst dahinter, dass du dich selbst am meisten belügst. :kicher:
#51
Ich glaube ja, dass "vorgetäuschte Orgasmen erkennen" keine Superkraft sondern eine Strafe ist... wer will denn sowas wissen?
Keiner, deswegen wäre das ja eine unnütze Superkraft. :D
#44628
Angst sie finden die Kollektion unzüchtiger Selfies von deinen unzähligen, weiblichen Fans zwischen 14 und 17, was?
Genau, auch wenn ich die alle gelöscht habe. :kratz:
Was ist Bunnymedia? Kannst du uns mehr erzählen, als auf Bunnymedia.org steht?
Zunächst war Bunnymedia erst einmal ein Plan B für den Fall der Fälle. Sollte ich den Namen Klopfers Web aus irgendwelchen Gründen nicht mehr nutzen können, würde ich auf Bunnymedia ausweichen (allerdings dann wohl .de statt .org).
Falls ich noch irgendwelche anderen Sachen machen sollte (etwa das Wiederbeleben meiner Mangadatenbank oder einen Blog mit technischen Sachen zu HTML/CSS/JS/PHP oder irgendwas in der Art), wäre die Bunnymedia.org-Adresse quasi eine Übersichtsseite mit allen Links. Bei der ISBN-Registrierung für Bob & Linda sollte man einen Verlagsnamen angeben, da hab ich dann auch Bunnymedia als Verlag reingeschrieben. Sollte irgendjemand meiner Freunde mal ein Buch rausbringen wollen, aber sich nicht um den ganzen Krempel wie Druckvorbereitung, Druck, E-Book-Erstellung und das Reinstellen auf den diversen Plattformen kümmern wollen und mir das überlassen, würde ich das wohl auch unter dem Bunnymedia-Label vermerken. Aber im Prinzip ist Bunnymedia derzeit erst einmal im Wesentlichen ein Platzhalter für Eventualitäten.
#44633 Na hör mal, 1447 ist die 229ste Primzahl, wenn das nicht was besonderes ist, was denn dann? 1337 ist nicht mal eine Primzahl. Warum sollte man sowas wollen?
Ich wäre schon glücklich über eine 69 gewesen. :D
Ärgert es dich, bei Xing Christian_Schmidt1447 und nicht Christian_Schmidt1337 zu sein? Ich hatte mal s eine ähnliche Situation, wo meine Mitgliedsnummer fast 1337 war, aber eben nicht ganz.
Da ist wohl jemand ein kleiner Stalker. :duschelm:
Ich hab nie auf den Nutzernamen da geachtet, wenn ich ehrlich bin. Hatte mich auch seit kurz nach der Registrierung da nicht mehr eingeloggt (nur jetzt gerade, um zu gucken, ob das echt mein Profilname ist).
#44631
Er wurde zu "Wer weiß denn so was" eingeladen.
Die laden da wohl jeden ein? :D Wenn ich mir in der Wikipedia die Kandidatenliste angucke, kriege ich das Gefühl, dass jeder mal in seinen Spamordner gucken sollte, ob er eine Einladung übersehen hat. :D
#44630
Das ist der Grund, warum ich Knossi nicht leiden kann (Glückspiel).

Und der Vollidiot wurde mittlerweile schon in die ARD eingeladen.

Findest du das vertretbar?
Oha, da sieht man mal, wie unbedarft ich bin, was deutsche Influencer angeht. Ich kenn den nämlich gar nicht. Anscheinend ist er auch erst als Pokerspieler bekannt geworden?

Dass man ihn als Gast einlädt in der ARD, find ich schon okay, denn er kann ja trotzdem was zu sagen haben, aber da kann man natürlich solche Sachen wie diese Glücksspiele auch ansprechen. Nur zum Bejubeln oder als Moderator, da wäre ich vorsichtig. Ich meine, er wird in der ARD keine zusätzlichen Fans kriegen (das wäre ungefähr so wie Capital Bra im ZDF Fernsehgarten, da wird das normale Publikum außerhalb der Zielgruppe liegen), aber wenn ich die Wahl hätte, würde ich dann auch im Sinne der Gebührenzahler eher jemanden nehmen, der sich als Vorbild etwas besser eignet.
Was ist deine Meinung zu Influencern? Glaubst du, dass sich dieser Trend mittlerweile überlebt hat?
Ich glaube, der Hype ist vorbei, aber das Prinzip an sich wird nicht verschwinden. Früher nannte man so was z.B. gerne "It-Girls", aber im Prinzip sind es halt Prominente (warum auch immer sie prominent sind), die von ihren Fans als Trendsetter wahrgenommen werden und deswegen auch für Werbetreibende interessant sind. Das Neue an den Influencern ist dagegen bloß, dass sie nicht in den älteren (Torwächter-)Medien bekannt wurden, sondern im Internet, und sie so aber auch einen direkteren Kontakt zu ihren Fans haben. Da es weiterhin Leute geben wird, die durchs Internet eine gewisse Prominenz erlangen, wird es auch immer neue Influencer geben, nur die Erwartungen (und somit auch die Verdienstmöglichkeiten) werden sich auf ein niedrigeres Niveau einpendeln.
Ich kann bei vielen Influencern nicht so recht nachvollziehen, warum sie so bekannt und beliebt sind, aber gut, wenn sie ihre Fans haben und die sich unterhalten fühlen, sei es ihnen gegönnt, solange sie einigermaßen verantwortungsvoll mit ihrem Einfluss umgehen und nicht z.B. ihren oft minderjährigen Fans Glücksspiele unterjubeln oder sie zu kriminellem Verhalten anstacheln.
Kanntest du in deiner Kindheit wirklich kein ausländisches Kind, wie in Kolumne 35 beschrieben? Du bist doch direkt an der Grenze zu Polen aufgewachsen. War die Grenze nach Osten etwa auch dicht?
Ja. Die DDR hatte 1980 die Grenze zu Polen weitgehend für den kleinen Grenzverkehr geschlossen, weil man nicht wollte, dass die Bürgerrechtsbewegung (da war ja gerade in Polen die Solidarnosc aktiv) in die DDR überschwappt. Und da konnte man nur mit Visum oder auf persönliche Einladung rüber. Mein bester Freund in der Grundschule hatte zwar eine polnische Mutter, aber im Prinzip lief das Leben in den beiden Staaten ziemlich getrennt ab.
Was denkst Du über die Razzien gerade in Berlin? Nach den Medien soll es wohl vor allem um die Verbreitung von Kinderpornographie, anscheinend wohl auch um Besutz gehen. Beides an sich hehres Ziele. Aber ich finde den Gedanken unangenehm, dass anscheinend in den USA Algorithmen den Datenverkehr durchforsten und das dann hier zur Durchsuchungen führt. (So jedenfalls die Meldung auf Zeit-online und Tagesanzeiger.)
Ich finde die ganze Sache beunruhigend. Erst mal das Durchsuchen des Datenverkehrs, dann aber auch, wie das in der Öffentlichkeit dargestellt wird, um die Bürger emotional aufzupeitschen. Im Berliner Kurier gab es eine riesige Schlagzeile "Polizei jagt Kinderschänder!", was ja sachlich schon falsch ist, weil tatsächliche Übergriffe auf Kinder gar nicht Bestandteil der Ermittlungen waren. Irgendein Polizist wurde darin pathetisch zitiert mit den Worten "Hinter jedem Bild steckt ein Missbrauch", aber so sehr, wie der Begriff der Kinder- und Jugendpornografie ausgeweitet wurde, ist das einfach Quatsch. Sorry, aber wenn die dreizehnjährige Mia sich vor der Handykamera den Schlüpfer runterzieht und das dem Dominik per WhatsApp schickt und der verbreitet das weiter und irgendwie landet das dann bei irgendeinem Typen, der sich still drauf einen runterholt, dann mag das unangenehm für Mia sein, aber das ist kein Missbrauch. Es sind inzwischen Szenen verboten, die als Teil von Schulmädchenreport und ähnlichen Filmen in den 70er Jahren in normalen Kinos gelaufen sind, ohne dass die Zuschauer massenhaft zu Kinderfickern geworden wären. Ich kann noch halbwegs verstehen, wenn man die Verbreitung verfolgt, aber der reine Besitz ist so weit von einem tatsächlichen Übergriff oder einer echten Gefährdung eines Menschen entfernt, dass man sich schon die Frage stellen kann, ob das wirklich ein angemessener Einsatz von Ressourcen ist, jemandem die Tür einzutreten, nur weil der vielleicht so was zufällig empfangen hat. (Noch mehr, wenn es sogar vielleicht nur um Zeichnungen geht.)
Dazu kommt, dass die Öffentlichkeit ein falsches Bild von sexuellem Kindesmissbrauch hat, was dann wiederum für Opfer von sexuellem Kindesmissbrauch ganz eigene psychische Probleme hervorruft. Dass sexueller Missbrauch von Kindern nicht gut für die Kinder ist, ist absolut klar, aber wie wir jetzt damit umgehen, ist eher kontraproduktiv und schadet tatsächlichen Opfern von sexuellem Missbrauch noch mehr.
Und wenn dann, wie ich auch gelesen hab, die Polizei selber noch aufbauscht, wie gefährlich ihre Razzien gewesen wären, dann hab ich den Eindruck, dass hier einfach ein ganz großes Theater gespielt wird, um in der Öffentlichkeit Stimmung zu machen, damit man mehr Befugnisse kriegt. "Einer der Männer hatte einen Baseballschläger hinter der Tür", das trifft auf viele zu, weil da vielleicht einfach Platz ist, um so einen Schläger hinzustellen, wenn man ihn nicht benutzt. Ich hab hinter der Tür zwei Kamerastative und ich will gar nicht wissen, was bei anderen da so einstaubt.
#44626
Was aber auch auffält, dieses Wunderteil soll nach deren "Test" ja Dinge in einer Entfernung sichtbar machen können, bei denen man schon glauben muss, dass dieses Teil besser ist, als z.B. Hubble. Und es läßt sich irgendwie auch kein seriöser Test darüber finden. Woran das wohl liegen mag?
Denke mal, da ist der Prinz aus Nigeria, der gerne seine Milliönchen nach Eurpa bringen möchte, noch ein wenig seriöser.
Wird sicherlich so ein Quark sein, dass die Leute eher die 10 Euro abschreiben und sich was Besseres besorgen, als sich groß online drüber aufzuregen. Wer dafür fast 50 Euro bezahlt, muss aber schon sehr behämmert sein.
Willst du dich nicht mal über den Club der Verbraucher auslassen. Da ist ja Viagra-Spam noch seriöser. Richtig geil ist es, wenn man ins Impressum schaut ;-)
Toll, ein 47-Euro-"Teleskop", das ich bei AliExpress für unter 10 Euro inkl. Versand gefunden habe (kein Affiliate-Link), auf einer Seite aus Südafrika, bei der der Bestelllink auf einen Serverfehler führt. Großartig und total vertrauenerweckend. :kicher: (Besonders mag ich die Stockfoto-Frau, die sich freut, dass das Ding billiger als ein Spiegelreflex-Objektiv ist, obwohl das Ding gar kein Ersatz dafür ist, weil man es nicht an eine Spiegelreflexkamera flanschen kann.)
#44603
Angenommen, du könntest dich letztlich nicht dazu durchringen, deine Stimme einer der 6 etablierten Parteien zu geben: würdest du dann eher gar nicht wählen oder eher eine beliebige (chancenlose) Kleinstpartei à la Humanisten oder Tierschutzpartei wählen, um zumindest den Anteil der etablierten 6 ein Stück weit zu verringern?
Oder doch eher aus taktischen Gründen eine der Großen wählen, um ein bestimmtes Bündnis zu verhindern?
Das "ehrliche" Wahlergebnis hat keinen Einfluss, insofern wäre das wohl kein Grund. Im Prinzip findet ja auf Bundesebene alles, was es nicht in den Bundestag schafft, politisch gar nicht statt. Ich würde mir wohl vor der Wahl angucken, ob ich taktisch eine der größeren Parteien wähle, um eine bestimmte Konstellation ein klein bisschen unwahrscheinlicher zu machen, oder mir den ganzen Krampf spare.
#44602
Falls das mit der hasigen Monarchie nicht klappt: kann man dir alternativ den Anarchokapitalismus schmackhaft machen? :klarerfall:
Mit libertären Grüssen
Eher nicht. Ich glaube nicht, dass das funktionieren kann. Wer soll denn Schwächere daran hindern, von Stärkeren untergepflügt zu werden? Der Glaube, dass alle Leute ein Nichtaggressionsprinzip einhalten würden, ist utopisch, aber komplett weltfremd.
#44615 Wenn einem die Grünen nicht so zusagen, man aber Ökologie trotzdem gut findet, mit dem Gendergedöns nicht viel anfangen kann, dann gibt es immerhin die ÖDP, die konservativen Grünen sozusagen. In Bayern zum Beispiel nicht ganz unerfolgreich und haben Sitze in rund 400 Kommunen. Die Partei wurde mal von bürgerlichen Mitbegründern der Grünen gegründet, als diese ihnen zu links wurden.
Was meinst Du denn generell zu kleinen Parteien? Eine Chance geben oder ist das für Dich eine verlorene Stimme?
Hm, ist ein bisschen ein Henne-und-Ei-Problem. Im Prinzip ist die Stimme weggeworfen, aber natürlich kann die Partei auch nicht größer und erfolgreicher werden, wenn keine Leute für sie stimmen (auch wegen fehlender Parteienfinanzierung durch den Staat). Leider bin ich da inzwischen recht zynisch und glaube wenig daran, dass eine Partei in die Relevanz reinwächst, wenn sie es nicht in den ersten paar Jahren ihrer Existenz geschafft hat.
#44621
Bei der Idee gibt es ein Problem mit der Einstimmigkeit.
Angenommen wir haben 10 Jurymitglieder. 9 Stimmen bei 1st degree Murder (an ehesten mit Mord im deutschen Sinne vergleichbar) für schuldig, einer bei 2nd degree Murder (im deutschen ungefähr Totschlag). Die ersten 9 würden natürlich bei 2nd degree murder ebenfalls auf schuldig plädieren, da die Voraussetzungen geringer sind. Jeder 1st degree Murder erfüllt automatisch die Erfordernisse eines 2nd degree murder, aber nicht umgekehrt. Aber wenn man nur ein Mal auf schuldig plädieren darf, würde der Angeklagte bei 1st degree murder freigesprochen, wegen der fehlenden Einstimmigkeit, und bei 2nd degree murder ebenfalls. Also käme er komplett straffrei davon, wenn die Jury sich nicht auf die Schwere der Schuld einigen kann,auch wenn alle einig sind, dass er schuldig ist.
Nein, wieso sollte der dann freigesprochen werden? Schon jetzt ist es in den USA meines Wissens so, dass ein Verfahren neu mit anderer Jury aufgerollt werden muss, wenn die Jury kein einstimmiges Urteil fällt, der Angeklagte wird dann nicht einfach freigesprochen.
#44617
Vielleicht bin ich grad zu doof, aber dann könnten die Geschworenen doch immer noch nicht auf ein "niedrigeres" Verbrechen entscheiden, wenn der Staatsanwalt etwas zu ambitioniert plädiert? Oder alternativ würde es den Staatsanwalt dazu verleiten, strukturell weniger schwere Verbrechen anzuklagen, aber das scheint auch nicht der Sinn der Sache zu sein. Ich bin auch absolut kein Fan des Geschworenensystems, aber wenn man schon eins haben muss (offenbar mögen die Amis das so), dann fällt mir hier grad keine bessere Lösung ein.
Na ja, die Geschworenen könnten sicherlich keine eigene "Anklage" vorbringen, aber wenn man meint, dass da eine geringere Verurteilung möglich wäre, könnte der Richter ja vielleicht auch die Vorgabe machen: "Es stehen für den Tod von XYZ selbst (z.B.) Mord, Totschlag und Körperverletzung mit Todesfolge im Raum; Sie können aber höchstens einmal für schuldig stimmen; für die anderen Punkte müssen Sie dann mit nicht schuldig stimmen."
Aber im Prinzip müsste das Justizsystem da vollkommen reformiert werden, dann könnte man nebenbei auch die Unsitte abschaffen, Richter zu wählen.
#44619 Ist aber leider nicht ganz richtig: https://www.bundesverfassungsgericht.de/e/rk20060316_2bvr011106.html
Eine Straftat (die gleiche Handlung) kann auch in Deutschland unter gewissen Umständen unter zwei verschiedenen Anklagepunkten verurteilt werden.
Es geht mir nicht darum, ob es dieselbe Handlung ist, sondern ob die gleichen Konsequenzen bestraft werden.
In dem verlinkten Fall sind es sogar zwei verschiedene Sachen: Eines ist das Führen eines Fahrzeugs unter BTM-Einfluss, das andere ist der Besitz von BTM. Das ist nicht mal dieselbe Handlung. Man kann zugedröhnt mit dem Auto fahren, ohne Drogen in der Tasche zu haben (wenn das Zeug schon konsumiert und in in der Blutbahn ist, zählt das ja nicht als Besitz), und man kann Drogen in der Tasche haben, aber muss dabei nicht high sein.
#44613
Guck mal auf den kompletten § 52, da hängt ganz hinten noch etwas von Nebenstrafen dran. Die Frage die sich hierbei stellt ist, ob die zusätzlichen Folgen der Handlung bereits mit dem vorhandenen Anklagepunkt bestraft würden. Das wäre beim kaputten T-Shirt durch Messer-in-Bauch der Fall, nicht aber wenn ich z.B. Dein Fahrzeug absichtlich ramme, und Du dadurch dem Fahrzeug vor Dir auffährst.
Ich habe das Gefühl, ich erkläre das gerade zum vierten oder fünften Mal: Wenn eine Handlung verschiedene Folgen hat, dann ist klar, dass jede dieser Folgen verfolgt oder bestraft werden kann. Das ist überhaupt nicht der Punkt, der mich beschäftigt, deswegen interessiert mich auch das blöde T-Shirt nicht. Mir geht's nicht um verschiedene Folgen, sondern darum, dass EINE der Folgen (konkret die Tötung) nicht mehrfach bestraft werden kann.
#44603 dazu auch, der Volker Pispers, ab Minute 11:
https://www.youtube.com/watch?v=bf-NPB4INjU
eigentlich brauchste auch keinen wählen, denn wirtschaftlich kümmern die sich eh nur um die reichsten 10%. Ist ja schon etwas polemisch, aber gut, der verdient sein Geld damit, da muss er wohl ein bisschen auf die Kacke hauen. Was sagst Du dazu?
Es ist irgendwo logisch, denn dann muss man die Wünsche von weniger Leuten erfüllen, und das ist leichter. Zudem ist man abhängig von der Kohle der Reichen, sowohl selbst politisch (Parteispenden und so), aber auch, was die Staatsfinanzen angeht (die Reichen zahlen einen beträchtlichen Anteil des Einkommensteueraufkommens, und die großen Konzerne zahlen vielleicht selbst kaum Unternehmenssteuern, aber was an Lohnsteuer durch ihre Beschäftigten reinkommt, ist halt auch nicht ohne).
Wo Pispers dann wohl absichtlich vage bleiben muss: Was wären denn politische Maßnahmen, von denen (auch langfristig) 80 Prozent der Bevölkerung profitieren? Das ist schon gar nicht so leicht zu beantworten. Ich meine, gehen wir einfach nur mal von einer Politik aus, die jedem Einwohner Wohnraum verschaffen soll. Schon da gibt's dann bei der Umsetzung Probleme, weil sofort genau die jammern, neben denen gebaut werden soll. Und am Ende passiert gar nichts.
#44613
Ist es nicht so, dass in den USA auch das Verbot der mehrfachen Bestrafung gilt, mehrfache Verurteilung in einem Prozess aber gerade nicht darunterfällt, mit Ausnahme der Strafmaßverkündung? Ein US-Anwalt äußerte sich auf YouTube entsprechend: https://www.youtube.com/watch?v=Q-b1IMPU9Zc
Dementsprechend klagt der Staatsanwalt an was sein könnte, bekommt Schuldsprüche oder eben nicht und das höchstwertige Verbrechen wird bestraft. Soweit ich weiß, ist das dem Jurysystem geschuldet, das keine Verbrechen „abstufen“ kann, sondern nur mit „schuldig“ oder „nicht schuldig“ zu jedem Anklagepunkt antworten darf. Wenn also Mord nicht juristisch vorliegt, aber Totschlag, dann heißt das in Deutschland, dass man wegen Totschlags verurteilt werden kann, auch wenn das nicht angeklagt wurde. In den USA (oder einigen Bundesstaaten?) hieße das, dass der Angeklagte freizusprechen wäre, wenn Totschlag nicht auch angeklagt ist. Nun ist aber, wenn Mord vorliegt, Totschlag eigentlich immer auch erfüllt, weswegen es wohl nicht unüblich ist, einen Blumenstrauß an Anklagen vorzubringen und die höchstwertige Verurteilung gilt.

Mir erscheint das – im Rahmen des Jurysystems, das seine ganz eignen Probleme hat – logisch und vernünftig.
Kein Wunder, dass man bei uns das Jurysystem abgeschafft hat bei so einem Theater. Aber ich denke, in den meisten Fällen wäre aber auch das nicht unbedingt nötig. Die Geschworenen werden ja erst ganz am Ende befragt, nach der Beweisaufnahme und den Abschlussplädoyers, da könnte man durchaus die Regel einführen, dass die Anklagepunkte bis zu diesem Zeitpunkt geändert werden können, und bis dahin sollte klar sein, ob der Staatsanwalt von Mord ausgeht oder nicht. Ich stell mir so ein Abschlussplädoyer des Staatsanwalts seltsam vor, wenn der quasi sowohl für Mord als auch fahrlässige Tötung plädieren soll.
#44613 In der USA ist das sehr wohl möglich, nennt sich Lesser included offense https://en.m.wikipedia.org/wiki/Lesser_included_offense
Das dürfte wohl das sein, worum es auch bei Floyd geht. Der Staatsanwalt kann auf Mord plädieren mit den Lesser included offenses von Totschlag und Körperverletzung mit Todesfolge. Wenn die Jury der Beweisführung für Mord nicht folgen will, dann kann sie immer noch der für Totschlag oder für Körperverletzung folgen.
Er wird dann natürlich nicht für alles verklagt, sondern nur für das Schlimmste, wo die Jury noch mitgeht. Gerade bei Mord MUSS die Jury sogar darauf hingewiesen werden, dass es etwas zwischen Mordverurteilung und Freispruch gibt. Bei anderen Klagen ist das wohl eher optional. So verhindert man, dass die Jury im Zweifelsfall zu hart entscheidet, nur um jemanden nicht laufen zu lassen.
Mag ja angehen, dass man der Jury dann die Wahl lässt, aber mir erschließt sich dann immer noch nicht ganz die Logik, wieso die dann in dem Floyd-Fall unbedingt bei allen drei Sachen auf schuldig plädierte und nicht einfach nur für den schwersten dieser Anklagepunkte.
Wenigstens klingt es in dem Wikipedia-Artikel so an, dass die Strafe dann doch nur für den schwersten Schuldspruch ausgesprochen wird, das wäre immerhin keine Doppelbestrafung.
#44602 Es sieht ja den aktuellen Umfragen zufolge nicht mal abwegig aus, dass eine Grüne Kanzlerin kommen könnte. Obwohl genau dieses herbeibeschwören vielleicht einen nicht zu unterschätzenden Pool an nicht-Wählern aktivieren könnte... worauf ich aber eigentlich hinaus will, das könnte das beste sein, was passiert. Man denke an Schröder, nur ein Sozialdemokrat konnte Harz4 durchbringen. Hätte die CDU das versucht, wären die Gewerkschaften Sturm gelaufen, Klientelpolitik usw. Manchmal muss jemand den Job machen, dem seine Anhänger das noch am ehesten verzeihen. Vielleicht finden die Grünen in Regierungsverantwortung auf einmal einen ziemlich wirtschaftsfreundlichen Kurs und die Basis hält die Füße still? BaWü und Hessen lassen grüßen.
Man muss fairerweise sagen, Schröder hat damit den Stern der SPD ins bisher unumkehrbare Sinken gebracht, die Abspaltung von WASG usw. waren die Folge.
Ich glaube bloß nicht, dass die Bundesgrünen wesentlich von den BaWü-Grünen oder denen in Hessen beeinflusst werden, sondern eher von denen in Berlin, weil sie ja im Wesentlichen in der Hauptstadt tätig sind.
Und wenn ich mir das Wahlprogramm angucke, sieht's auch eher nach "Wir hauen raus, was geht" aus. Regelsätze für die "Garantiesicherung" (als Ersatz für Hartz IV) erhöhen und Sanktionen abschaffen, einfachere Einwanderung von Nicht- und Geringqualifizierten, deutsche Staatsbürgerschaft für alle, die nicht bei drei aufm Baum sind, und Unternehmen sollen vermutlich so "nachhaltig" werden, dass die im Endeffekt im internationalen Wettbewerb erdrückt werden. Da müssten die Grünen, die tatsächlich mit Geld umgehen können, eine Revolution innerhalb der Partei starten.
#44610
Jo, nur wars halt schon viel zu spät als die Regierung so getan hat, als würden sie was tun. Haben sie natürlich zuerst immernoch nicht getan. Aber das weißt du ja selbst. Die AfD wollte die Grenzen dicht haben, und das nicht irgendwann sondern im Januar 2020. Als das Virus dann in aller Welt hübsch verteilt war, konnte man nurnoch retten was zu retten war-die Wirtschaft. Glaubst du irgendne Krankenschwester arbeitet ohne Bezahlung? Wird sie wohl bald müssen. Hyperinflation, Massenarbeitslosigkeit, Hungersnöte. Seuchen oder Viren wie Corona werden schon bald im Grundrauschen verschwinden. Schau nach Spanien, die haben auch nicht so recht verstanden, dass der Krieg gegen dieses Virus längst verloren ist. Kilometerlange Schlangen vor den Lebensmittelausgaben-und die sind auch nur so lange möglich wie Leute sie produzieren im Wissen, dass die vermutlich sowieso Niemand kaufen wird.

Leute zu hause wegsperren bringt überhaupt nichts! Und die Impfungen laufen viel langsamer als die Mutationen des Virus, also werden die Impfungen mittelfristig auch nix genützt haben. Beim Homeschooling haben wir komplett versagt, was auch daran liegt, dass unsere Lehrmethoden aus dem Mittelalter stammen und Neuerungen stets blockiert wurden. Es stehen immernoch NOVEMBERhilfen aus! Die lustigen EU Richtlinien regeln ja auch, dass nur Geld ausgezahlt werden darf, wenn die Unternehmen 1. GARKEIN GELD MEHR HABEN 2. nicht eh bald pleite sind. Also wer da auf den Staat hofft, ist verlassen. In D wird sich keiner mehr mit einem produktivem Betrieb (handwerk,Industrie, bürgernahe Dienstleistung) selbstständig machen, der noch bei Trost ist! Das nächste Virus kommt bestimmt und man kann nicht alle 8 Jahre mal halbes Jahr dicht machen, das ist nicht finanziell stemmbar.

Daher muss ich die Position der AfD hier sogar noch als zu lasch ansehen. selbst wenn 20 Millionen Deutsche gestorben wären, wäre das ein Klacks gegenüber das was uns jetzt bevorsteht. Wirtschaft ist Psychologie.
Ich glaube nicht, dass der Krieg gegen das Virus verloren ist. Und die Impfstoffe sind - zumindest gegen die derzeit noch am weitesten bei uns verbreiteten Mutationen - durchaus effektiv dabei, schwere Verläufe zu verhindern, und sie können auch angepasst werden. Im Prinzip ist das ein Spiel auf Zeit, bis sich unser Immunsystem daran gewöhnt hat. Das war bei der Spanischen Grippe auch so: 1918 hat die unheimlich viel Leid angerichtet, aber bei späteren Ausbrüchen war sie immer weniger tödlich, weil sich die Immunsysteme vieler Menschen daran gewöhnt hatten und selbst Mutationen dann besser vertrugen.

Natürlich muss man sich immer fragen, ob die "Lösung" für ein Problem schlimmer als das Problem selbst wird, und ich glaube durchaus, dass bei vielen Politikern, aber auch Leuten im medizinischen Bereich da ein bisschen ein verengter Fokus auf die Krankheit und die direkten Krankheitsfolgen besteht und nicht genug beachtet wird, wie problematisch z.B. die Folgen für die Wirtschaft sind. Auch bei den Impfungen zeigt sich das, gerade bei dem Gefeilsche um die Impfstoffe, was natürlich die EU weit hinten in der Lieferpriorisierung stellte, während Länder wie Israel gesagt haben: "Wir zahlen auch höhere Preise, weil uns das im Endeffekt billiger kommt, wenn wir die Wirtschaft früher wieder auf die Beine stellen können." (Noch absurder wird das ja, wenn man bedenkt, dass die Bundesregierung kein Problem dabei hatte, Mondpreise für FFP2-Masken zu zahlen.)
Natürlich muss man auch zugeben, dass es schwierig ist: Während der Pandemie ist es nie wirklich klar, welcher Weg jetzt richtig ist, das stellt sich immer erst im Nachhinein heraus. Jede Regierung musste da raten, weil es kein aktuelles Handbuch "Wie führe ich mein Land durch eine Pandemie" gibt. Ich sehe jetzt aber auch wenig zielführende Vorschläge der AfD, da gibt's ja auch im Wesentlichen nur Genörgel, dass die Regierung alles falsch macht.
#44609 Hier liegt ein kleiner Irrtum vor: In der Rechtsprechung gilt der Grundsatz, dass ein abschließend gerichtlich geklärter Sachverhalt (in deinem Beispiel der Faustschlag) nicht Gegenstand eines neuen Prozesses werden kann - der sogenannte ne bis in idem Grundsatz. Juristen lieben lateinische Schlaumeierzitate. Wenn du also jemanden eins auf die Nase gibts und freigesprochen wirst, kann es der Staatsanwalt sein Glück nicht einfach nochmal versuchen. Hierbei gibt es Ausnahmen, so kann ein Prozess etwa neu aufgerollt werden, wenn entlastende Beweise auftauchen.
Was du beschreibst sind Konkurrenzen: Es kommt oft vor, dass eine Tathandlung mehrere Straftatbestände verwirklicht. Dein Faustschlag ist etwa sowohl eine Sachbeschädigung an der Brille als auch eine Körperverletzung. Wenn ich jemandem umbringe indem ich ihm ein Messer in die Brust ramme begehe ich eine Sachbeschädiung am T-Shirt, eine (schwere gefährliche) Körperverletzung mit Todesfolge, einen Totschlag und evtl. auch einen Mord. In diesem Fall würde kein Staatsanwalt Stress wegen dem T-Shirt machen und einfach nur wegen Totschlag/Mord anklagen. Wenn aber zum Beispiel das Gericht ihm beim Tötungsvorsatz nicht folgt hätte immernoch die Anklage wegen Körperverletzung mit Todesfolge Erfolg, weil der Vorsatz hier eben nicht erforderlich ist.
Grundgesetz Artikel 103 (3): "Niemand darf wegen derselben Tat auf Grund der allgemeinen Strafgesetze mehrmals bestraft werden." Da sehe ich erst einmal keine Limitierung: "Oh, außer wenn es im gleichen Verfahren stattfindet."
Ein Tötungsdelikt kann ein Mord sein ODER ein Totschlag ODER Körperverletzung mit Todesfolge. Es ist nicht möglich, dass bei derselben Tat (also etwa "Messer in die Brust rammen") alles gleichzeitig zutrifft. (Die Definition von Totschlag ist sogar wortwörtlich "Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein [...]") Und es wird sich auch jeder Staatsanwalt entscheiden, ob er Anklage wegen Mordes, Totschlags oder Körperverletzung mit Todesfolge erhebt, aber er wird nicht all diese drei Sachen gleichzeitig anklagen. Egal was bei der Verhandlung dann rauskommt (ob z.B. eine Verurteilung wg. Mordes in Betracht kommt, obwohl der Staatsanwalt eigentlich zuerst auf Körperverletzung mit Todesfolge plädiert), der Angeklagte wird in dem Verfahren ganz sicher nicht z.B. wegen Mordes UND Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt (es sei denn, er hätte noch wen anders umgebracht). Das geht schon wegen § 52 StGB nicht: "Verletzt dieselbe Handlung mehrere Strafgesetze oder dasselbe Strafgesetz mehrmals, so wird nur auf eine Strafe erkannt."
Dass meinetwegen wegen des kaputten T-Shirts noch eine andere Sache dazukommen könnte, spielt für mein Argument gar keine Rolle, weil das nicht denselben Punkt behandelt.
#44609
Na, die Amis Verurteilen ja gerne mehr nach Gefühl als nach Fakten, und wenn Floyd nunmal gefühlt tausend Tode gestorben ist...
Vermutlich auch ein Nachteil des Jurysystems.
#44603
Damit sind sie sehr nahe an der Wahrheit. Wer nicht AfD wählt, kann genauso gut zu Hause bleiben. Eine rotrotgrüne Mehrheit wird wahrscheinlich schwarzgrün nicht verhindern können. grün und schwarz sind derzeit einfach näher beieinander als linke und grüne, nebst dem Sachverhalt, dass sich da 3 Parteien UND 3 Fraktionen einigen müssten. bei schwarz ist die Partei egal, da wird alles von der Führung entschieden, die gleichbedeutend mit der Franktionsspitze sein wird, da müssen dann also nurnoch die Grünen auf Linie gebracht werden. An Baerbock geht kein Weg vorbei, der Laschet hat sich doch sehr deutlich als VIze beworben. Und je länger ich drüber nachdenke-die Frau ist weniger vorrausschauend als 3 Meter Feldweg, aber es hätte schlimmer kommen können. Sie ist formbar, die Bürger haben eine kleine Chance.

Wie bewertest du die Arbeit der AfD nach fast 4 Jahren Opposition im Bundestag?
Ich kann mich nicht erinnern, dass sie da wesentlich durch Sacharbeit Eindruck hinterlassen haben. (Gut, das liegt zum Teil sicher daran, dass es kaum mediale Erwähnungen der AfD-Arbeit gibt, wenn da nicht gerade irgendein Skandal herausgekommen ist.) Was ich mitgekriegt habe: Ein paar Besucher der AfD im Bundestag haben sich wie ne offene Hose benommen. Und es bleibt im Gedächtnis, dass die AfD bei der Corona-Sache prinzipiell die Gegenseite von dem gesagt hat, was die Regierungsmeinung war: Zuerst war Corona gefährlich, solange die Regierung das runtergespielt hat, und nachdem die Regierung der Meinung war, dass Corona gefährdet ist, hat die AfD eher dagegen geschossen. Macht keinen guten Eindruck, da wäre Konsistenz besser gewesen.
#44605

Zum Punkt "wegen einer Tat mehrfach bestraft werden"
Evtl. geht es hier eher darum, dass die Tat (auf welchem Wege auch immer) mehrere Definitionen gleichzeitig erfüllt.
Als Beispiel: Wer einem Brillenträger auf Auge haut und dabei die Brille zerbricht, kann für Körperverletzung in Tateinheit mit Sachbeschädigung verurteilt werden.
Da geht's aber auch um zwei verschiedene Dinge: Der eine Anklagepunkt betrifft das kaputte Auge, der andere Anklagepunkt die kaputte Brille.
Floyd ist aber nur einmal gestorben.
#44604
Ich bin nicht so sicher, ob ich übereinstimme, dass man keine europäische Identität herstellen kann (in dem Ausmass, das nötig wäre). Die aktuellen nationalen Identitäten sind schliesslich auch gewissermassen fabriziert; 1800 hat sich so gut wie niemand als Italiener oder Schweizer gefühlt, heute durchaus schon. Ich glaube, das Problem ist eher, dass wir momentan zu glauben scheinen, wir können erst dann europäische Politik machen, wenn wir uns alle als gute Europäer fühlen. Aber wenn wir mehr europäische Demokratie hätten, z.B. mit echten Europawahlen (wo man dann für die Europäische Volkspartei oder die Progressive Allianz stimmen würde, nicht für CDU oder SPD, und auch für Kandidaten aus ganz Europa) und einer gewählten EU-Regierung, würden sich die Leute damit nicht automatisch mehr identifizieren?

Man muss ja gar nicht wahnsinnig gefühlsmässig dabei sein, um das Ganze politisch funktionieren zu lassen. Ich habe persönlich keine wahnsinnig grosse Identifikation mit der Schweiz als ganzes, eher mit meinem Kanton; die Zustimmung zum Land als Ganzes funktioniert eigentlich vor allem über Politik und Sport. Das könnte man auf europäischer Ebene durchaus nachbauen, mit EU-weiten Kampagnen und einer europäischen Medienlandschaft. Dann kann jeder Deutscher, Österreicher oder Pole bleiben, aber man würde die EU weniger als Einschränkung wahrnehmen - es wäre dann nicht mehr irgendeine Institution, wo keiner überhaupt weiss, wer was bestimmt, sondern ein Parlament in dem man selbst für jemanden gestimmt hat.

Im Moment gibts zwar auch ein EU-Parlament, aber die Art, wie da gewählt wird, ist derart national, dass die wenigsten Leute wirklich wissen, wofür sie auf der europäischen Ebene gestimmt haben. Das kann ich auch niemandem verüblen, die Kampagnen werden nämlich (ausgenommen die "europäischen Bewegungen" wie Volt oder DiEM25) extrem national geführt. Entsprechend schwer fällt es mir dann, mich in diesem Parlament repräsentiert zu sehen, wenn ich keine Ahnung habe, wofür ein schwedischer oder spanischer Abgeordneter eigentlich steht, aber bei einem nationalen Parlament ist das deutlich einfacher, weil eben sowohl Baden-Württemberger als auch Berliner Kandidaten unter dem Etikett "SPD" oder "CDU" antreten.
Es ist meistens so, dass man eine größere Verbundenheit zu der nächsten Gruppe spürt. Du identifizierst dich mehr mit der Familie als mit dem Dorf/der Stadt, du identifizierst dich mehr mit dem Dorf/der Stadt als dem Bundesland/Kanton usw.
Nun gibt es immer Situationen (gerade politisch), wo dann aber die größere Entität bevorzugt werden sollte, was sich gerade für die Nation immer wieder äußert. Für Deutschland. Für Frankreich. Für die Schweiz etc. Das ist wichtig, dass es dieses Gefühl gibt, um eine große Gruppe für ein gemeinsames Ziel zu vereinen. (Das gibt's auch woanders, etwa oft bei Religionen, der Islam kultiviert das besonders.)
Natürlich fühlt sich vermutlich fast jeder Deutsche, Franzose etc. auch als Europäer. Das ist gar nicht das Problem. Das Problem ist: Es wird selten so sein, dass für die europäischen Bürger Europa mal vor ihrer eigenen Nation kommt. Und das sehe ich nicht, dass sich das entwickelt, und erzwingen kann man das nicht. Schon die Sprache ist da ein Hemmschuh, die zusätzlichen kulturellen und historischen Unterschiede kommen noch dazu. (Da kann man sich auch die Frage stellen, ob deine Identifikation mit der Schweiz größer wäre, wenn ihr nur eine Sprache hättet.)

Dass in der Institution der EU ein Defizit besteht und man als Normalbürger recht weit abgekoppelt ist (gepaart mit der Tatsache, dass die Parteien ihre größten Versager in die EU abschieben), ist natürlich auch ein Problem, aber ich glaube, man sollte auch den Einfluss auf die Identität als Europäer nicht überschätzen, denn auf der nationalen Ebene ist das ja auch nicht so extrem relevant. Ich meine, ein König oder eine Königin kann ein Symbol sein für eine nationale Identität, aber wie viele verspüren eine Art Patriotismus wegen ihrer Wahlen oder ihrem Parlament? Ich muss schon immer mit den Augen rollen, wenn Politiker hierzulande so gerne vom Verfassungspatriotismus reden. Ich meine, das Grundgesetz ist schon nett, aber die meisten normalen Deutschen würden sich auch mit einer anderen Verfassung nicht weniger als Deutsche fühlen.
#44604 - Was sind deiner Meinung nach so Sackgassen, in die wir investieren? Also außer Kupferkabel...
Typisches Beispiel war die Förderung der Solarzellenproduktion. Jeder Trottel konnte wissen, dass die Chinesen das Feld mit niedrigen Preisen aufrollen werden, aber nööö, da wurden Hunderte Millionen Euro Fördergelder versenkt in deutsche Solarfabriken, weil Mutti ja versprochen hatte, die Energiewende würde voll viele Arbeitsplätze bringen.
#44602

Im Allgemeinen stimme ich deiner Analyse hier absolut zu. Nur Söder sehe ich gerade durch seinen ureigenen Egoismus und Machthunger als recht gefährlich an. Der hat durchaus Trump-Tendenzen gemischt mit Richtungswechseln nach Windrichtung. Wobei hier die Frage wäre, ob er das noch so praktizieren würde, wenn er die Kanzlerschaft erreicht hätte.
Von daher bin ich ganz froh, dass nicht Kanzlerkandidat geworden ist. Auch wenn ich mich frage, wie Laschet die Gräben kitten will, die durch sein durchwabbeln bezüglich Kandidatur aufgerissen sind.
Man sieht ja in den ersten Umfragen, dass das Gezänk nicht gut ankam, auch wenn ich nicht weiß, wie sehr das in 5 Monaten noch ein Problem sein wird. Erschreckend allerdings, wie sehr sich die Wählergunst an Personen ausrichtet. Eigentlich sollte es darum gehen, ob in der Partei, die eigenen Positionen vertreten werden. Klar, wenn ich ein Links-SPDler bin und der Kandidat für meinen Wahlkreis den Seeheimern angehört, dann bekommt der vielleicht keine Stimme von mir, aber die Partei würde ich doch trotzdem wählen, oder bin ich da jetzt wirklich zu naiv? (Offensichtlich bin ich das hier).
Wie siehst du denn die Entwicklung bei den Umfragen?
Ich finde es auch erstaunlich, dass Baerbock - Frau Kobold - die Stimmung für die Grünen hebt. Für mich ist die extrem inkompetent und mit ihren Versprechern wirkt sie auf mich manchmal, als würde sie vor dem Auftritt erstmal eine halbe Flasche Wodka saufen um die Nerven zu beruhigen.
Ich kann mir jetzt nicht so recht vorstellen, was für Auswüchse du von welchen "Trump-Tendenzen" bei Söder erwartest. Trump war trampelig und undiplomatisch und hatte keine Ahnung, wie die Sache läuft, aber in den politischen Auswirkungen war Trump eigentlich nicht so viel anders als einige seiner Vorgänger (zumal einige Sachen, die man ihm gerne vorwirft, gar nicht eingetroffen sind, z.B. eine extreme Steigerung von fremdenfeindlichen Gewalttaten oder so was durch ermutigte Trump-Anhänger, das wurde nur mehr medial ausgewalzt, aber zahlenmäßig waren die Jahre eher unauffällig; anderes Beispiel sind Abschiebungen, unter Trump sind weniger Ausländer abgeschoben worden als in den ersten vier Jahren Obamas usw.). Söder ist Politprofi, der bedient zwar gerne populistische Parolen, aber er weiß auch, wie weit er gehen kann und wo die Grenzen liegen.

Was die Umfragen angeht: Ich glaube nicht mal, dass die Konkurrenz zwischen Laschet und Söder selbst die Union so absinken ließ in den Umfragen. Ist ja nun auch nichts Neues, dass es da Zwist gibt, das gibt's vor jeder Bundestagswahl bei mindestens einer Partei. Die Konkurrenzsituation ist ja eher Rauschen nebenbei, das juckt die meisten wenig. Was der Union in den letzten Monaten geschadet hat, war das Pandemiemanagement (so wie das auch der SPD schadet) und konkret auf die Kandidatensache bezogen, dass der CDU-Vorstand so strunzdumm war, nicht den Kandidaten zu nehmen, der bei der Bevölkerung beliebter ist, sondern stur ihren Vorsitzenden aufgestellt hat, komplett vorbei an den meisten eigenen Landesverbänden, Parteiorganisationen wie der Jungen Union und der Parteibasis selbst. Ist mir schleierhaft, wie man so bekloppt sein kann.

Dass die Leute nach Persönlichkeiten entscheiden, ist eigentlich so gesehen nichts Neues. Das gibt's seit Ewigkeiten und wird auch in Studien immer wieder bestätigt. Natürlich: Wenn du Parteimitglied bist oder sich stark in diesem Lager verortest, wirst du da deine Stimme lassen, egal wessen Fresse die Plakate ziert. Oft belügt man sich dann auch selbst und redet sich den Kandidaten schön. Aber wenn man nicht politisch gebunden und Wechselwähler ist, dann hat die Persönlichkeit des Kandidaten einen größeren Einfluss, als einem selbst bewusst oft ist.
Was ist deine Meinung zum aktuellen Gerichtsurteil über Derek Chauvin?
Ich gebe zu, dass ich es nicht wirklich verstehe. Ich verstehe den Unterschied zwischen "3rd degree murder" und "manslaughter" nicht und noch weniger, wieso bei einem Todesfall von "2nd" über "3rd degree murder" bis hin zu "manslaughter" alles gleichzeitig zutreffen und dabei eine Verurteilung wegen drei Tötungsdelikten herauskommen kann. Meines Wissens ist es in Deutschland nicht möglich, wegen einer Tat mehrfach bestraft zu werden, aber die Amis sind da offenbar schmerzfrei.
Sachlich ist mir das auch nicht so recht klar. Es ist eine ganze Weile her, dass ich das Video gesehen habe, aber ich meine mich zu erinnern, dass George Floyd schon darüber geklagt hat, dass er nicht atmen konnte, bevor er überhaupt am Boden lag. Das klingt für mich nicht so, als wenn das Knie in seinem Nacken ursächlich für seine Atemnot sein konnte. (Die Anklage hat ja allerlei Ärzte rangekarrt, die aussagten, dass der Mann wegen des Knies gestorben wäre, aber da würde ich gerne wissen, ob die den Leichnam überhaupt gesehen haben oder ob das so ein "Wir urteilen nach Hörensagen"-Spiel ist wie bei dem zweiten Obduktionsbericht, wo derjenige den Toten nie vor sich hatte.)
Insofern hätte ich eine Verurteilung wegen unterlassener Hilfeleistung oder auch Körperverletzung mit Todesfolge verstanden, aber Totschlag wäre nach meinem Dafürhalten schon zu viel. Da kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es eher ein Urteil ist, das aus der öffentlichen Aufmerksamkeit heraus nicht anders fallen konnte und sich weniger aus den tatsächlichen Erkenntnissen des Verfahrens speiste.
#44603
Denk immer an Emma Goldman: "Wenn Wahlen etwas ändern würde, wären sie verboten." ;-)
Nee, kann das Problem schon verstehen. Der Fachkräftemangel hat auch die Politik schwer erfasst, wo sind die Sympathieträger mit Sachverstand, Standpunkt und Vision hinverschwunden? So macht man Populisten das Leben ja auch nicht unnötig schwer. Seitdem die Unionsparteien das Wohlstandsversprechen für den Mittelstand nicht mehr einlösen und die SPD sich von den Arbeitern und dem Prekariat als Zielgruppe zugunsten einer Identitätspolitik abgewendet hat (was total dämlich ist, da die Grünen die schon bedienen), sieht es echt übel aus. So kriegt man doch keine Mehrheiten hinter sich. So verschwinden die Volksparteien auch folgerichtig in Prozentbereiche, die sonst Steigbügelhaltern vorbehalten waren.
Auf der anderen Seite, wir müssen ein stärkeres, aber auch handlungsfähiges Europa aufbauen, die Welt wird zwischen den USA und China aufgeteilt, mit den Russen, die auch gerne mitspielen möchten, aber außer Atomwaffen nicht mehr viel zu bieten haben. Das sagt kein deutscher Politiker gerne, aber wir müssten (leider) viel mehr in eine schlagkräftige Armee investieren. So hart das sein mag, aber in der Weltpolitik wird sicher keiner von uns was sagen lassen, weil wir moralisch so integer sind. Früher hatten wir wenigstens noch die Briten dabei, die haben noch Militär. Dass die EU das Vereinigte Königreich verloren hat, ist eine Katastrophe. Ich weiß, wir haben noch die NATO, aber Europa braucht eine eigenständige Armee.

Und dann sind wir beim Punkt, ich sehe leider auch keine Partei, die unsere größten Zukunftsaufgaben gezielt und vernünftig angehen wird:
- den Klimawandel
- China
- die alternde Gesellschaft
- die Einwanderungspolitik
Die EU in den aktuellen Ausmaßen macht eigentlich nur als Wirtschaftsraum wirklich Sinn. Da kann man auch mit den 450 Mio. Einwohnern argumentieren und die Stärkung der Möglichkeiten, innerhalb der EU zu handeln und zu arbeiten, ist durchaus im Saldo sicherlich positiv.
Als politische Union allerdings ist sie einfach zu verschieden. Man hat arme Länder, man hat reiche Länder, man hat kleine Länder, man hat große Länder, es gibt starke Mentalitätsunterschiede und die einen sind stark zentralistisch, die anderen eher föderalistisch. (Und es wird noch mal komplizierter, wenn man daran denkt, dass in einigen armen Ländern die Menschen im Median vermögender sind als die Menschen im an sich reichen Deutschland.)
Und die Haltung gegenüber den Nachbarn der EU ist jeweils stark historisch geprägt und weit von einer gemeinsamen Linie entfernt. Dass man da gezwungen wird, ausgleichende Kompromisse auf dem niedrigsten gemeinsamen Nenner zu finden, damit alle gleich stark grummeln und keiner abhaut, schwächt die EU. Die einen haben guten Grund, sich in vielen Fragen ausgenutzt zu fühlen, die anderen haben guten Grund, sich in vielen Fragen im Stich gelassen zu fühlen. Und über allem das Fehlen einer echten europäischen Identität, die man aber auch nicht einfach überstülpen oder künstlich herstellen kann. Momenten haben eher Separationsbestrebungen sogar innerhalb der Mitgliedsstaaten Aufwind, anstatt dass eine größere Einigkeit zu spüren ist. Insofern denke ich, für politische Zusammenarbeit, die auch nach außen ein Machtfaktor wäre, wäre wirklich eher eine kleinere Union mit einander ähnlicheren Staaten angesagt. Da wäre natürlich auch an eine gemeinsame Streitkraft zu denken, weil man manchmal eben auch Aua machen muss, um ernstgenommen zu werden. Aber das ist wieder etwas, wo auch die Deutschen sich sperren würden, weil zu viele die Illusion haben, dass man alles mit Stuhlkreis und Schnittchen regeln kann.
Deutschland allein hat natürlich das Problem, dass wir eigentlich seit einiger Zeit nur noch von den Errungenschaften der Vergangenheit zehren und rein technologisch nicht zu erwarten ist, dass wir in Zukunft noch gestaltend tätig werden können, weil wir da absolut abschlaffen und am ehesten in Sachen investieren, bei denen andere schon kapiert haben, dass das eher Sackgassen sind.
#44602
Hast du schon entschieden, wen du wählen wirst? Wenn ja, sagst du uns, wen und warum?
Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Die Frage stellt sich mir schon seit langer Zeit, und je näher die Wahl kommt, desto eher geben sich die Parteien Mühe, Argumente zu liefern, warum man sie nicht wählen sollte. Ich weiß aber auch, dass ich da in meiner Familie nicht allein bin.
Würde mich übrigens nicht wundern, wenn Anfang September dann auch wieder dieses "Wenn ihr uns nicht wählt, ist das eine Stimme für die Nazis"-Argument kommt, mit dem die Parteien die Stimmen von denen einsammeln wollen, denen sie gar nichts bieten (wollen).